Honorbuddy: Zurück zu Status quo

Die Entwickler von Honorbuddy, eines der größten Opfer der letzten Bannwelle, versuchen gute Miene zum bösen Spiel. Die Bossland GmbH erwirtschaftet ihr Geld durch den Verkauf von Bots, die Vermittlung von diversen Modifikationen und Gold für das Spiel Diablo 3. Das größte Streckenpferd dürfte dabei wohl der World of Warcraft Bot „Honorbuddy“ sein. Seit der Bannwelle ist es jedoch ruhig geworden um den Bot, denn aktuell ist es nicht möglich diesen aus „Sicherheitsgründen“ für den Account zu nutzen. Dies bedeutet natürlich auch, dass eine große Einnahmequelle von Bossland brachliegt. Nun melden sich die Entwickler zurück und kündigen an, den Bot so schnell wie möglich wieder online zu bringen.

  • 21.05.2015: We will soon release Honorbuddy again – we expect it to be by the end of this week.

Bossland ist natürlich bestrebt, ihren Bot so sicher wie möglich zu machen. Wie die Bannwelle jedoch gezeigt hat, gibt es jedoch keine 100-prozentige Sicherheit. Einige Nutzer munkeln, dass die Bannwelle im Zusammenhang mit der Einführung der WoW-Marke und dem kürzlich zugunsten von Bossland entschiedenen Gerichtsverfahren zu tun hat. Blizzard hatte versucht es Bossland zu untersagen Diablo 3 Gold zu verkaufen. Der Zivilsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts hatte die Klage jedoch abgeschmettert, zugunsten von Bossland.

Im öffentlichen Forum von Honorbuddy und Co. rätseln viele Nutzer darüber wie Blizzard den Bot entdeckt hatte und selbst Bossland ist sich darüber nicht im Klaren:

  • we tried to figure out what happened. We must say that we have no idea what really happened and all we have are speculations.

Bossland spekuliert, dass Blizzard eine Software auf die Rechner vermeintlicher Cheater geladen hat und diese in Malware-Manier gescannt hat. Es wirkt etwas verzweifelt, wenn eine Firma, deren Hauptgeschäft weggebrochen ist, versucht genau dieses wieder zu reaktivieren, obwohl sie damit die Nutzer einer offensichtlichen Gefahr aussetzt. Vielen Spielern sollte die Bannwelle eine Lehre gewesen sein und wer jetzt noch diesen Bot nutzt und sich später beschwert, ist selber Schuld.

*Update* Anscheinend haben auch die Entwickler von Honorbuddy gemerkt, dass der Status quo nicht wiederherzustellen sein wird, zumindest nicht in vollem Umfang. Die nächste Version von Honorbuddy soll nicht mehr in Arenen funktionieren. Des Weiteren wird überlegt, diese Restriktion auch für Schlachtfelder zu implementieren. Entweder kommt dieser Sinneswandel zustande, weil Bossland Mitleid mit den Botopfern in den Arenen hat oder aber sie hoffen, dass Blizzard, sofern sie ihre Botaktivitäten schwerpunktmäßig auf das PvE verlagern, den Bot nicht mehr so stark verfolgt. Auch wenn beide Gründe scheinheilig sind, könnte die Rechnung aufgehen.

Blizzard möchte in erste Linie zufriedene Kunden. Leider haben die Bot-Nutzer es mit den Arenen und Schlachtfeldern übertrieben, wie auch Asmondgold in seinem Video feststellen konnte. Blizzard entstehen dadurch natürlich auch einige Kosten. Es werden Leute gebraucht, die die Botter aufspüren und es werden noch mehr Leute gebraucht um die Tickets zu bearbeiten. Würde sich Honorbuddy, auch wenn dieser Name dann nicht mehr passend wäre, auf das PvE konzentrieren „könnten“ alle Beteiligten zufrieden sein – Spieler, Botter, Bossland und Blizzard. Die PvP-Spieler können entspannt Spielen und die Botter können im Hintergrund farmen. Blizzard spart einiges an Geld und Bossland kann weiter seinen Bot verkaufen.

Dies wird wohl jedoch nicht passieren. Für Blizzard ist gerade jetzt der optimale Zeitpunkt um Honorbuddy für immer unschädlich zu machen, und zwar nicht auf technischer Ebene sondern auf strategischer. Hält man den Banhammer weiter oben, dürften die Honorbuddy-Kunden schnell das Vertrauen in den Bot verlieren. Bis zur Bannwelle konnten sie immer noch argumentieren, dass sie die Kosten bis zum nächsten Bann immer durch Goldverkäufe decken konnten. Mit der WoW-Marke als Konkurrenz ist auch dieses Geschäftsfeld sehr viel unwirtschaftlicher geworden und viele Gold Farmer dürften sich anderen Aktivitäten zuwenden. Für viele Casual-Bottern dürfte das Thema vorerst sowieso vom Tisch sein. Wie einige Opfer im Honorbuddy Forum berichteten, waren unter den gebannten Accounts auch einige die 5 Jahre und älter waren. Die trügerische Sicherheit sollte vorerst vorbei sein und keiner wird noch einmal solch ein Risiko eingehen.

4 Gedanken zu „Honorbuddy: Zurück zu Status quo

  1. Zwetan Letschew

    Arena war nie ein Bestandteil von Honorbuddy. Wir haben es jetzt einfach klar gestellt und jede Möglichkeit ausgeräumt um die Arena zu benutzen. Es gibt seit 2010 immer wieder Anfragen zu einem Arenabot, wir haben das immer abgelehnt, nicht wegen Blizzard, sondern wegen unserer persönlichen Einstellung. Leider war es nicht genug die Arena zu meiden, es wurde notwendig die Arena zu verbieten, da unsere Nachlässigkeit ausgenutzt wurde.

    Die Zeit zum Überlegen kam günstig, weil wir jetzt zwei Wochen kein Honorbuddy hatten, so konnten wir uns wieder den Theorien der Benutzung zuwenden.

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    1. Paul Artikelautor

      Ich verstehe euer Geschäftsmodell und die Nachfrage nach solchen Bots. Leider wird es schwer ein Gleichgewicht zwischen Bottern und normalen Spielern zu finden welches beide Seiten glücklich macht. Die Interaktion des Bots mit normalen Spielern einzuschränken ist auf jeden Fall das kleinere Übel.

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  2. Don

    Ich selbst habe auch honorbuddy genutzt und wurde mit allen Accounts gebannt. Ich weiß das ich was verbotenes getan habe und lebe mit der Konsequenz, aber man sollte sich trotzdem mal vor Augen halten das der Verlauf der Aktion die von Blizzards durchgeführt wurde keinesfalls rechtens ist. Angefangen über die Tatsache das sie mit ziemlicher Sicherheit den pc auskundschaften bis hin zu der Tatsache das wenn man Beweise verlangt einem nur gesagt wird das ist rechtens und Ende. Nein das ist es ebend nicht! Blizzard ist in der Beweispflicht und der kommen sie in keinster Weise nach! Kleines Beispiel: Ihr werdet mit dem Auto erwischt wegen geschwindigkeits Überschreitung. Die Stadt sagt wir haben sie erwischt aber es wird kein Zeuge und auch kein Foto gezeigt. Was denkt ihr was passiert? Zahlt ihr schön artig die Rechnung oder fechtet ihr das an? Also ich fechte sowas an und so auch bei blizzard. Ich vermute das sie keinerlei Beweise rausrücken weil sie damit auch offen legen würden das sie gegen die deutschen Datenschutz Gesetze verstoßen und es somit Klagen hagelt. Ich vermute das dies bezüglich noch nicht das letzte Urteil gefallen ist.

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    1. Paul Artikelautor

      Hallo Don,
      leider ist das reine Spekulation. Einzig Blizzard / Bossland könnten aufklären wie es dazu kam. Von Blizzard wird man dazu nichts hören und Bossland hat schon geschrieben, dass sie nicht wissen wie Blizzard es gemacht hat.

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